Wir unterscheiden zentrischen und exzentrischen Bruxismus:

Beim zentrischen Bruxismus (Pressen) presst der betroffene Mensch sein Zähne nahe seiner gewohnheitsmäßigen maximalen Interkuspidation aufeinander. Es entstehen zentriknahe Abrasionen von Zahnhartsubstanz, vor allem in retrusiver Richtung. Die Steuerung der am Unterkiefer ansetzenden Muskulatur kann hohe vertikale Kräfte an jedem beliebigen Punkt der Okklusion ausüben und dabei doch alle anderen Teile des Unterkiefers, vor allem die Kiefergelenke, vertikal unbelastet halten. Auf die Kiefergelenke wirken also beim Bruxismus keine vertikalen, sondern nur translative Kräfte. Auf Dauer wird es zu Formveränderungen dieser Kiefergelenke (zum Beispiel des Diskus) kommen. Die beiden Schläfenknochen sind durch die Galea aponeurotica straff miteinander verbunden, so dass sich die Kräfte des linken und rechten M. masseter in ihrer Wirkung auf die räumliche Lage der Schläfenbeine und damit der Gelenkgruben der Kiefergelenke gegenseitig aufheben.

Beim exzentrischen Bruxismus (Knirschen) bewegt bzw. reibt der betroffene Mensch seine Zähne auf pro- und retrusiven Flächen bzw. auf latero- und mediotrusiven Flächen aneinander. Dies kann geräuschvoll oder lautlos erfolgen. Auch bei dieser Art des Bruxismus sind die Kiefergelenke vertikal kaum belastet, sondern translativ. Auf Dauer wird es jedoch auch hierbei zu Formveränderungen der Kiefergelenke kommen. Zunge und Wangen schieben sich wie Polster zwischen Ober- und Unterkieferzähne um die Kräfte zu dämpfen. Es entstehen Zahneindrücke in diesen Weichteilen. Mit der Zeit bilden sich durch Abrasionen von Zahnhartsubstanz Schlifffacetten aus.

Die praktischen Konsequenzen daraus ziehe ich in dem folgenden Videofilm: