Die dritte Bedeutung des Schluckens ergibt sich aus seiner formgebenden und funktionsbeeinflussenden Wirkung auf die umgebenden Strukturen: Zahnbögen, Kiefer, Kranium, Halswirbelsäule und Schultergürtel.

Lediglich der Einfluss des Schluckens auf die Zahnbögen und die Zahnstellung wird in der zahnärztlichen Literatur erwähnt: Vor allem in der Kieferorthopädie ist dieser Einfluss relevant und wird in der Ätiologie, Diagnostik und Therapie von Dysgnathien und Zahnfehlstellungen berücksichtigt.

Aus systemischer Sicht stellen wir jedoch eine viel weitreichendere Wirkung der Schluckfunktion fest: Das hyoidale System steht nämlich in enger myofaszialer Beziehung zum Kranium, zur Halswirbelsäule und zum Schultergürtel. Allein die anatomische Tatsache des M. omohyoideus spricht für diese Zusammenhänge. Er verbindet das Hyoid mit dem Schulterblatt. Außerdem setzt die infrahyoidale Muskulatur in der Nähe des sternoklavikulären Gelenks auch an der Klavikula an.

Die praktischen Konsequenzen daraus ziehe ich in dem folgenden Videofilm: