Alle ein bis zwei Minuten schluckt ein Mensch, und am Ende eines Schluckvorgangs stützt sich der Unterkiefer am Oberkiefer ab. Die Adduktorenmuskulatur wird dabei so gesteuert, dass möglichst viele antagonistische Zahnflächen in Kontakt kommen. Wir sprechen von maximaler Interkuspidation. Die Unterkieferkondylen sollen sich dabei im Zentrum der Fossa mandibularis befinden (= zentrische Relation). Deshalb nennen wir diese Kontaktposition auch zentrische Okklusion.

Beim Zahnkontakt entstehen propriozeptive Reize an den Rezeptoren der Zahnhalteapparate. Diese werden an die afferenten Kerne des Nervus trigeminus weitergeleitet. Aufgrund der intensiven Vernetzung des Nervus trigeminus sind die Reize wichtiger propriozeptiver Input für das sensomotorische System. Besonders wichtig sind dabei die trigeminozerebellaren Projektionen: Sie melden propriozeptiven Input aus dem Nervus trigeminus an das Kleinhirn. Dort geht dieser Input in die Regulation des Gleichgewichts des Köpers im Schwerkraftfeld der Erde ein. Das Ergebnis dieser Regulation ist eine Körperhaltung.

Die praktischen Konsequenzen daraus ziehe ich in dem folgenden Videofilm: